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Warum Sommerfrische?

Während der Zwanziger Jahre entwickelte sich der Begriff "Sommerfrische". Der Adel fuhr zum Urlaub in seine Sommerresidenz auf dem Lande und die Städter suchten Ruhe und Erholung in der Natur. Groß in Mode waren romantische Picknicks im Grünen.

Das Wort Sommerfrische bezeichnet sowohl die jahreszeitliche Übersiedlung aus der Stadt auf das Land als auch den Zielort. Es ist die Zeit, in der man die Arbeit ruhen lässt und etwas unternimmt.

Eine Sommerresidenz zu haben, ist schon beim Adel üblich gewesen. Seit der Industrialisierung geht der Brauch der "Sommerfrische" auf das gehobene Bürgertum über (begünstigt durch Eisenbahnbau). Wer sich keinen eigenen Sommersitz leisten kann, quartiert sich in Gasthäusern oder Privatquartieren ein.  
Zur Unterkunft kommen später die örtlichen Unterhaltungsangebote für die Sommergäste (= Sommerfrischler) hinzu, wie das vorher unbekannte Freibaden an Seen, Wandern oder Bergsteigen. So sind Sommerfrische und der beginnende Tourismus eng miteinander verbunden.
Im Wörterbuch der Brüder Grimm wird der Begriff definiert als
„Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“
oder „Landlust der Städter im Sommer“


Auch die Geschichte der Sommerfrische im Mühltal ist in die Zwanziger Jahre zurück zu führen. Im Jahre 1901 wurde endlich eine durchgängige Fahrstraße gebaut und das Mühltal wandelte sich vom Arbeits- zum Erholungsort. Damit hielt auch die Sommerfrische Einzug! Immer mehr Mühlen boten dafür Gästezimmer an.